Konzern-Zwischenbericht
1. Januar bis 30. September 2016

Wirtschaftliches Umfeld

Im Folgenden werden Ergänzungen und neue Entwicklungen zu der im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 dargestellten Situation des wirtschaftlichen Umfelds ausgeführt. Hierbei wird auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den ersten neun Monaten 2016, den Ausblick, die zurzeit wesentlichen gesamtwirtschaftlichen Risiken, den Telekommunikationsmarkt sowie auf das regulatorische Umfeld eingegangen. Der gesamtwirtschaftliche Ausblick erfolgt unter dem Vorbehalt, dass keine wesentlichen unerwarteten Ereignisse im Prognosezeitraum eintreffen.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Die Weltkonjunktur hat sich im Laufe des Jahres 2016 wieder etwas belebt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Oktober 2016 seine Wachstumsprognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft für die Jahre 2016 und 2017 bestätigt. Grund für die Entwicklung ist die stabile Produktion in den meisten Industrieländern und eine konjunkturelle Verbesserung in den Schwellenländern. Die IWF-Prognosen erwarten für die Schwellen- und Entwicklungsländer in 2016 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,2 % und für die Industrieländer um 1,6 %.

In unseren Kernmärkten haben sich die Wachstumsraten der Volkswirtschaften in den ersten neun Monaten 2016 überwiegend positiv entwickelt. Das BIP in Deutschland wuchs im dritten Quartal um 1,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal, gestützt unverändert v.a. vom privaten Konsum. Auch die Arbeitslosenquote lag im September 2016 mit 5,9 % auf niedrigem Niveau. Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal 2016 um 1,4 %. Die Arbeitslosenquote lag im September 2016 mit 5,0 % auf einem stabilen Niveau. In nahezu allen Ländern unseres operativen Segments Europa entwickelten sich die Wachstumsraten des BIP und die Arbeitslosenquoten auch im dritten Quartal 2016 weiterhin positiv. Die Volkswirtschaften profitierten unverändert von einem steigenden Binnenkonsum und der stabilen Nachfrage aus der Eurozone. Griechenlands Volkswirtschaft befindet sich weiterhin im Umbruch und kann von dem gesamteuropäischen Wachstum nicht profitieren.

Ausblick
Für unsere Kernmärkte gehen wir weiterhin von einer stabilen konjunkturellen Entwicklung in 2016 aus. Die Unsicherheiten, die sich durch den Ausgang des britischen Referendums ergeben haben, sollten bei einem geordneten Austritt aus der Europäischen Union das Wirtschaftswachstum in Europa in 2017 nur marginal belasten. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Deutschland, den USA und den Ländern unseres operativen Segments Europa ist robust. Das Wachstum wird in erster Linie von der positiven Entwicklung der privaten Konsumausgaben gestützt. In Griechenland zeichnet sich eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage ab. Es wird erwartet, dass sich die Wachstumsraten der Volkswirtschaft Großbritanniens unter den Unsicherheiten abschwächen werden.

Gesamtwirtschaftliche Risiken
Die wirtschaftliche und politische Entwicklung der letzten Monate hat gezeigt, dass die Unwägbarkeiten für die Entwicklung der Weltkonjunktur und auch für die unserer Länder zugenommen haben. Das Votum des britischen Volkes zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und dessen politische Umsetzung, sowie die Gefahr, dass weitere Länder einen möglichen Austritt aus der Europäischen Union anstreben, kann die wirtschaftliche Entwicklung, v.a. in Europa und in dessen Folge auch die Weltwirtschaft beeinträchtigen. Geopolitische Krisen, ausgelöst etwa von einer erhöhten Terrorgefahr oder großen Flüchtlingsströmen, können die Volkswirtschaften unserer Länder negativ beeinflussen. Darüber hinaus kann eine erneute Konjunkturschwäche, v.a. in den Schwellenländern, den Welthandel und damit die Märkte unserer operativen Segmente belasten. Die politische Lage in Griechenland hat sich grundsätzlich stabilisiert. Es bleiben jedoch Risikofaktoren, wie z.B. die knappe parlamentarische Mehrheit der Regierungskoalition und ein möglicherweise zunehmender Widerstand gegen die Sparpolitik. Insofern kann eine neuerliche krisenhafte Zuspitzung der politischen Situation nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Telekommunikationsmarkt
Der Konsolidierungsdruck in der europäischen Telekommunikationsbranche ist nach wie vor hoch. Gründe dafür sind insbesondere sinkende Umsätze durch den steigenden Wettbewerb und technologischen Wandel. Gleichzeitig sind hohe Investitionen für den Netzausbau, für Innovationen und den Erwerb von Spektrum nötig. Während die britische Wettbewerbsbehörde dem Erwerb von EE durch BT im Januar 2016 ohne Auflagen zugestimmt hat, wurde der Zusammenschluss von Liberty Global und BASE in Belgien von der EU-Kommission nur unter strengen Auflagen genehmigt. Darüber hinaus hat die Intervention der EU-Kommission Konsolidierungsvorhaben in Dänemark (Telia/Telenor) und Großbritannien (3 & O2) verhindert. In Italien hat die EU-Kommission die Etablierung eines vierten Mobilfunknetz-Betreibers gefordert und Iliad damit einen günstigen Markteintritt beschert. Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss von Vodafone und Liberty Global in den Niederlanden unter Auflagen genehmigt.